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Politischer Abend zu Energie und Sicherheitspolitik

Berlin

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Am 21. Mai 2026 veranstaltete das Deutsch-französische Büro für die Energiewende (DFBEW) in Kooperation mit der Französischen Botschaft in Deutschland einen politischen Abend mit über 120 Gästen zum Thema:

Energie und Sicherheitspolitik:
Neue Herausforderungen für Deutschland und Frankreich

Sowohl Deutschland als auch Frankreich profitieren von einer der sichersten Stromversorgungen weltweit. Dennoch sieht sich die Energieinfrastruktur in beiden Ländern hybriden Bedrohungen sowie dem Klimawandel und daraus resultierenden Extremwettereignissen ausgesetzt. Angesichts solcher globalen Krisen rückt der Schutz kritischer Infrastruktur stärker in den Fokus politischer Strategien.

Im Mittelpunkt des politischen Abends stand die Frage, wie der Schutz der deutschen und französischen Strominfrastruktur in Zeiten neuer Bedrohungen sichergestellt werden kann. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf dem physischen Schutz der Stromnetze und Erzeugungsanlagen.

Hans-Georg Engelke, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern (BMI), wies auf Fortschritte in den Bereichen Verteidigung und Zivilschutz hin. Man habe sich möglicherweise zu lange auf der Sicherheit ausgeruht, die andere gewährleisteten. Es sei notwendig, dass die Sicherheitsbehörden ein klares Lagebild bekommen und Erkenntnisse bündeln könnten. Dabei könne ein hybrides Lagezentrum helfen. Xavier Brunetière, Präfekt und Leiter des Bereichs Staatsschutz und Staatssicherheit im französischen Generalsekretariat für Verteidigung und nationale Sicherheit (SGDSN), erläuterte zunächst die Rolle des SGDSN beim Schutz der physischen Strominfrastruktur. Danach ging er auf aktuelle Herausforderungen ein. So stelle die Klimakrise ein Risiko für die Stromerzeugung und die Stromnetze dar. Zudem hätten hybride Bedrohungen, darunter Cyberangriffe, Desinformationskampagnen und Sabotage, zum Ziel, die deutschen und französischen Systeme und Gesellschaften zu destabilisieren. Frankreich reagiere darauf unter anderem mithilfe des Instruments zur Sicherung kritischer Aktivitäten (sécurisation des activités d’importance vitale, SAIV), bei dem der Energiesektor eine wichtige Rolle spiele.

Vitalii Ivaschuk, Gesandter für Wirtschaft und Energie an der Ukrainischen Botschaft in Deutschland, lenkte den Blick auf die Ukraine, deren Energieinfrastruktur seit mehr als vier Jahren ein Kriegsziel Russlands ist. Der wirksame Schutz des Energiesystems baue auf fünf Prinzipien auf: 1. Effiziente dezentrale Energiesysteme; 2. die Kombination passiver und aktiver Schutzsysteme; 3. die Schaffung europäischer Reserven im Bereich kritischer Energieausrüstung; 4. die Integration des Schutzes der Energieinfrastruktur in die Sicherheits- und Verteidigungsagenda; und 5. der Ausbau grenzüberschreitender Strom- und Gasnetze.

Aufbauend auf die Keynotes diskutierten anschließend im Rahmen einer Podiumsdiskussion Anne Bendzulla, Vorstandsmitglied bei Enertrag und dort zuständig für die Ressorts Erzeugung und Digitalisierung, Vera Brenzel, Leiterin Kommunikation, Politische Angelegenheiten und Regulierung bei TenneT, die gleichzeitig auch ENTSO-E repräsentierte, Angélique Palle, Wissenschaftlerin am Institut für strategische Forschung der École militaire (IRSEM), sowie Fregattenkapitän Luc Zopfmann, Marineattaché und Stellvertreter des Verteidigungsattachés an der Französischen Botschaft in Deutschland. Themen waren unter anderem die aktuelle Bedrohungslage, der regulatorische Rahmen sowie Schutzstrategien für kritische Strominfrastruktur. Dabei wurde deutlich, dass neben dem präventiven Schutz der Infrastruktur auch ihre schnelle und unkomplizierte Wiederherstellung im Falle eines Ausfalls sowie Redundanzen wichtige Aspekte ihrer Resilienz sind. Die Umsetzung der europäischen CER-Richtlinie (Critical Entities Resilience) sei zudem besonders relevant. Bei der Implementierung gelte es aber, sowohl innerhalb eines Landes als auch über die europäischen Grenzen hinweg, möglichst einheitlich zu agieren, um eine erfolgreiche Koordination zu ermöglichen. Für die Risikobewertung und Überwachung der Infrastruktur seien außerdem eine gute Kommunikation sowie Vertrauen zwischen Betreibern und Behörden unerlässlich.

 

Partner:

Begrüßung

Jérôme Brouillet
Gesandter für Wirtschaftsangelegenheiten
Leiter der Finanz- und Wirtschaftsabteilung
Französische Botschaft in Deutschland

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Sven Rösner
Geschäftsführer
Deutsch-französisches Büro für die Energiewende (DFBEW)

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Keynotes

Sicherheit der
Energieinfrastruktur: Wie gehen Deutschland und Frankreich mit neuen Herausforderungen um?

Hans-Georg Engelke
Staatssekretär
Bundesministerium des Innern (BMI)

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Xavier Brunetière
Präfekt
Leiter Staatsschutz und Staatssicherheit
Generalsekretariat für Verteidigung und nationale Sicherheit (SGDSN)

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Schutz der
kritischen Energieinfrastruktur – Erfahrungen aus der Ukraine

Vitalii Ivaschuk
Gesandter für Wirtschaft und Energie
Ukrainische Botschaft in Deutschland

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Der Schutz
der Strominfrastruktur in Zeiten neuer Bedrohungen

Podiumsdiskussion:

  • Dr. Anne Bendzulla, Vorstandsmitglied zuständig für die Ressorts Erzeugung und Digitalisierung, Enertrag
  • Vera Brenzel, Leiterin Kommunikation, Politische Angelegenheiten und Regulierung, TenneT, sowie strategische Beraterin, ENTSO-E
  • Fregattenkapitän Luc Zopfmann, Marineattaché und Stellvertreter des Verteidigungsattachés,
    Französische Botschaft in Deutschland
  • Angélique Palle, Wissenschaftlerin, Institut für strategische Forschung der École militaire (IRSEM)

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- Fortsetzung des Audio-Mitschnitts -

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