Deutsch-französisches Energieforum: geopolitische Resilienz durch europäische Energiesouveränität
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*** English version below ***
Am 22. Januar 2026, im Rahmen des Deutsch-Französischen Tages, organisiert das Deutsch-französische Büro für die Energiewende (DFBEW) in Kooperation mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), dem französischen Ministerium für Wirtschaft, Finanzen sowie industrielle, energetische und digitale Souveränität (MEFSIEN) und dem deutschen Auswärtigen Amt (AA) die neunte Ausgabe des Deutsch-Französischen Energieforums zu dem Thema:
Geopolitische Resilienz durch europäische Energiesouveränität
Die Energieunabhängigkeit der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten hängt insbesondere von ihrer Fähigkeit ab, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten sowie von der Resilienz ihrer Energieinfrastrukturen gegenüber verschiedenen Bedrohungen. In ihrer Rede zur Lage der Union wies die Präsidentin der Europäischen Kommission erneut auf die Notwendigkeit hin, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Dies gewährleiste die Unabhängigkeit der EU in einem geopolitischen Kontext, der seit Februar 2022 vom Krieg in der Ukraine und seit Februar 2026 vom Krieg im Nahen Osten geprägt ist. Ursula von der Leyen zufolge habe die Blockade der Straße von Hormus Mehrkosten in Höhe von 90 Milliarden Euro verursacht, ohne dass dadurch zusätzliche Energiemengen zur Verfügung gestanden hätten. Diese Energiekrisen führen zudem zu einem stetigen Anstieg der Energiepreise für die europäischen Haushalte.
Nach Angaben der Europäischen Kommission kann die Elektrifizierung des europäischen Energiemixes bis 2040 zu einer Senkung der jährlichen Kosten für den Import fossiler Brennstoffe um 260 Milliarden Euro führen. Die Elektrifizierung hängt unter anderem von der Verfügbarkeit und der Widerstandsfähigkeit der Energieinfrastrukturen und -netze ab. Diese strategischen Infrastrukturen sind jedoch zunehmend physischen und Cyberangriffen ausgesetzt. In einem Bericht zählte der Verband Eurelectric zwischen 2022 und 2024 elf Angriffe auf kritische Infrastrukturen und 23 Cyberangriffe im Energiesektor. Diese Bedrohungen können erhebliche Auswirkungen auf das gesamte europäische Stromnetz haben. Das im Dezember 2025 vorgestellte europäische Netzpaket (European grids package) zielt insbesondere darauf ab, die Energieunabhängigkeit der EU durch den Ausbau der Netzinfrastruktur und die Stärkung der Versorgungssicherheit zu erhöhen.
All diese Themen werden auf dem 9. deutsch-französischen Energieforums diskutiert. Experten und Entscheidungsträger aus Politik, Industrie, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft werden insbesondere folgende Fragen erörtern:
- Wie lässt sich die Energiesouveränität im aktuellen geopolitischen Kontext gewährleisten und wie sehen die Perspektiven für den Strommarkt aus?
- Wie lassen sich die Sicherheit der Energieinfrastrukturen und der Ausbau der Stromnetze gewährleisten?
- Wie lässt sich die Versorgungssicherheit in Europa vor dem Hintergrund von Energie- und Industrieabhängigkeiten gewährleisten?
- Welchen Grad an Autonomie könnte die europäische Energiewende langfristig erreichen?
Der Vormittag ist dem europäischen Rahmen sowie den Szenarien zur Dekarbonisierung, den Strategien und Investitionen sowie den Strompreisen in Europa, Deutschland und Frankreich gewidmet, während sich die Konferenz am Nachmittag mit der Sicherheit der Infrastrukturen und den technologischen Abhängigkeiten der EU befasst. Abschließend wird es um die Versorgungssicherheit in Europa gehen.
Das deutsch-französische Energieforum findet ausschließlich online statt und wird vollständig simultan auf Französisch, Deutsch und Englisch übersetzt. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Anmeldungen zur Veranstaltung werden demnächst geöffnet.
Mitveranstalter:
*** English version ***
On 22 January 2027 to mark the Franco-German Friendship Day, the Franco-German Office for the Energy Transition (OFATE/DFBEW), in collaboration with the German Federal Ministry for Economic Affairs and Energy, the French Ministry of the Economy, Finance and Industrial, Energy and Digital Sovereignty and the German Federal Ministry of Foreign Affairs is organising the 9th edition of the Franco-German Energy Forum on the following topic:
Geopolitical resilience through European energy sovereignty
The energy sovereignty of the European Union, and of its Member States, depends in particular on its ability to ensure security of supply and on the resilience of its energy infrastructure in the face of various threats. During her State of the Union address, the President of the European Commission reiterated the need to reduce dependence on fossil fuels to ensure the EU’s independence in a geopolitical context marked by the war in Ukraine since February 2022 and the war in the Middle East since February 2026. According to her, the closure of the Strait of Hormuz would have resulted in additional costs of 90 billion euros without providing any extra energy. These energy crises are also leading to a steady rise in energy prices for European households.
According to the European Commission, the electrification of the European energy mix is expected to reduce the annual bill for fossil fuel imports by 260 billion euros by 2040. Electrification depends, amongst other things, on the availability and resilience of energy infrastructure and networks. However, this strategic infrastructure faces increasingly significant physical and cyber threats. In a recent report, the Eurelectric association recorded 11 attacks on critical infrastructure and 23 cyberattacks in the energy sector between 2022 and 2024. These threats could have significant consequences for the entire European electricity system. Presented in December 2025, the European grids package aims, in particular, to strengthen the EU’s energy independence by reinforcing grid infrastructure and security of supply.
All these issues will be at the heart of the discussions at the 9th Franco-German Energy Forum. The following questions will be addressed by experts and decision-makers from the political, industrial, economic, scientific and civil society spheres:
- How can energy sovereignty be guaranteed in the current geopolitical context, and what are the prospects for the electricity market?
- How can the security of energy infrastructure and the development of electricity grids be ensured?
- How can security of supply in Europe be guaranteed against a backdrop of energy and industrial dependencies?
- What level of autonomy should the European energy transition aim to achieve in the long term?
The Franco-German Energy Forum will take place entirely online and will be fully translated simultaneously into French, German and English. Participation is free of charge and registration will open shortly.
Co-organisers:
Das Programm dieser Veranstaltung wird Ihnen demnächst hier zur Verfügung stehen.
Das Deutsch-Französische Energieforum findet ausschließlich online statt.
Die Teilnahme ist kostenlos und Anmeldungen werden in Kürze möglich sein.
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