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Arbeitsplatz Energiewende: politischer Abend in der französischen Botschaft

Berlin, 5. Juli 2023. Hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Industrie diskutierten letzte Woche über das Verhältnis zwischen Arbeitsmarkt und Energiewende und die damit einhergehenden Chancen und Herausforderungen. Die Rednerinnen und Redner formulierten den Appell, branchen- und sektorübergreifende Lösungen zu entwickeln.

Der politische Abend „Arbeitsplatz Energiewende: Zwischen Schaffung von Arbeitsplätzen, Fachkräftemangel und Strukturwandel“ fand am 28. Juni 2023 mit knapp 90 Teilnehmenden in der französischen Botschaft in Berlin statt und wurde vom Deutsch-französischen Büro für die Energiewende (DFBEW) in Kooperation mit der Botschaft organisiert.

Deutschland und Frankreich: gemeinsame Energie- und Klimapolitik für Europa

Der Botschafter Frankreichs in Deutschland, François Delattre, betonte zunächst, dass die Energiewende eine enorme wirtschaftliche Chance für Europa darstelle und verwies auf das europäische Ziel, die industrielle Souveränität zu stärken. Der Begriff „Standort Europa“ solle in den allgemeinen Sprachgebrauch übergehen. Auf seine Begrüßung folgten die Keynote-Reden von Dr. Franziska Brantner, parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, und von Laurent Michel, Generaldirektor für Energie und Klima im französischen Ministerium für den energetischen Wandel. Franziska Brantner bekräftigte die gemeinsame Verantwortung Deutschlands und Frankreichs für Europa, auch in der Energie- und Klimapolitik. Laurent Michel erklärte, dass es heute gleichzeitig zu einer Beschleunigung von Möglichkeiten und zu einem Risiko der Nichtumsetzung von Vorhaben komme, sowohl im Bereich der erneuerbaren Energien als auch der Kernenergie für Frankreich, da die Branchen Schwierigkeiten hätten, Menschen anzuziehen, auszubilden und einzustellen, die ihrem immensen Bedarf entsprächen. Sowohl er als auch Franziska Brantner unterstrichen, dass solche Herausforderungen alle Sektoren beträfen und übergreifende Lösungen nötig seien.

Panel: Arbeitsmarkt und Energiewende – Chancen und Herausforderungen

Es folgte die Podiumsdiskussion mit Dr. Nina Scheer, MdB und Klimaschutz- und energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Elke Hanel von Maxsolar, Roy Mahfouz von H2air sowie Thomas Gaudin, Ökonom im Bereich Zukunftsfragen und Forschung bei der Französischen Agentur für den ökologischen Wandel (ADEME).

Nina Scheer betonte das dezentrale Potenzial der Energiewende, die vor allem dann erfolgreich sei, wenn sie nicht an einem zentralen Punkt, sondern in der Fläche stattfinde. Daher sei es nötig, Fertigungsschritte und Bildung in die Fläche zu verlegen. Elke Hanel bestätigte, dass viele junge Leute durchaus in den ländlichen Raum zurückziehen, wenn vor Ort entsprechende Jobs zur Verfügung stünden. Zudem mache ihr Unternehmen gute Erfahrung mit der Aktivierung älterer Generationen.

Zukunftsjobs und sektorübergreifendes Denken

Thomas Gaudin ging auf die von Laurent Michel angesprochene übergreifende Lösung zu den Herausforderungen des Nexus Arbeitsmarkt und Energiewende ein. Es brauche mehr Fokus auf die Entwicklung allgemein einsetzbarer, genereller Kompetenzen und es müsse mehr branchen- und sektorübergreifend gedacht werden. Auch sei problematisch, dass viele Bürgerinnen und Bürger weiterhin überzeugt seien, dass die Energiewende in Summe Arbeitsplätze vernichte, obwohl Studien das Gegenteil zeigten.

Roy Mahfouz unterstrich, dass eine Vorhersehbarkeit des Rechtsrahmens der Energiewende für die Entwicklung des Arbeitsmarktes dringend notwendig sei. Junge Menschen, die nach seinen und Elke Hanels Beobachtung mit viel Motivation im Bereich der Energiewende tätig werden wollen, müssten sich darauf verlassen können, dass ihre Berufe nach der nächsten Wahl noch „Zukunftsberufe“ sein werden. Auch Franziska Brantner hatte zuvor in ihrer Rede die Hoffnung geäußert, dass die aktuelle Generation diejenige sei, die für sich sagen können wird: „Ich war dabei, ich war Teil der Generation, die es geschafft hat, unseren Wohlstand auf einen Einklang mit der Natur umzustellen“.

Gesellschaftliche, ökologische und wirtschaftliche Entwicklungen der Energiewende

Das DFBEW organisiert zwei politische Veranstaltungen im Jahr, auf denen gesellschaftliche, ökologische und wirtschaftliche Entwicklungen der Energiewende im Vordergrund stehen. Zu diesen Themen publiziert das Büro auch frei zugängliche Veröffentlichungen, beispielsweise zu den Beschäftigungseffekten der Energiewende. Individuelle Anfragen können über das Kontaktformular gestellt werden.

 

Die Audio-Dateien des politischen Abends finden Sie hier.

 

   

Fragen zum politischen Abend:

Frederike Rübsam
frederike.ruebsam.extern@bmwk.bund.de

 

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