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RES

DFBEE: Was sind Ihrer Meinung nach die Aussichten für die Windenergie in den nächsten Jahren?

JMA: Betrachtet man die letzten drei Jahre, ist die Lage sehr beunruhigend, denn wir sind weit von den Zielen des Umweltkonvents "Grenelle"  entfernt. Die Situation ist äußerst kritisch, die installierte Leistung ist das dritte Jahr in Folge zurückgegangen. Jedes Jahr entfernen wir uns weiter von unseren gesetzten Zielen. Wir müssten jährlich 2500 MW installieren, um das angestrebte Ziel von den verbleibenden 17 500 MW neu installierterLeistung im Jahr 2020 zu erreichen. Dies entspricht ungefähr dem Volumen, das dieses Jahr in Deutschland neu installiert wird, in Frankreich sind wir davon jedoch weit entfernt.
Wir haben aber trotzdem Hoffnung: zum ersten Mal seit 12 Jahren wurde ein Gesetz beschlossen, welches das französische Verfahren für die Windenergie vereinfacht. Das Gesetz „Loi Brottes“ hat die Windeignungsgebiete (ZDE) abgeschafft. Die erneuerbaren Energien, und somit auch die Windenergie, wurden als einer von 34 Plänen zur Wiederbelebung der Industrie in Frankreich benannt. Wir erwarten daher, dass Maßnahmen eingeleitet werden, die endlich zu einer Stabilisierung des rechtlichen Rahmens führen.  Vor zwei Jahren mussten wir den Übergang zum neuen ICPE-Verfahren für umweltgefährdende Anlagen für Windenergieanlagen bewerkstelligen. Bis heute wurden nur 27 Betriebsgenehmigungen erteilt, wir hoffen jedoch, dass das Verfahren zunehmend flüssiger läuft. Viele Genehmigungen, die im Berufungsverfahren waren, sind endlich freigegeben worden. EOLE-RES hat Projekte im Umfang von 200 MW, die jetzt gerichtlich freigegeben wurden. Wir hoffen, diese Projekte schnell umsetzen zu können, wichtig ist hierfür Klarheit bei den Vergütungstarifen. Trotz des Wirrwarrs bei der Einspeisevergütung  haben wir es Dank einer juristischen Änderung bei den Stromabnahmeverträgen geschafft, 2013 mit dem Bau neuer Anlagen zu beginnen. Auf Drängen der Branche hat die Öffentliche Hand EDF die Möglichkeit eingeräumt, Stromabnahmeverträge schon vor dem Bau und nicht erst abInbetriebnahme zu schließen.

Wir hoffen weiterhin, dass wir durch die europäischen und französischen Zielsetzungen Hindernisse überwinden können und die Branche wieder wachsen kann. Wir haben in den letzten drei Jahren stark in unsere Entwicklung und in die Schaffung von Arbeitsplätzen investiert. In Frankreich sind wir aktuell 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.